VW-Chef Oliver Blume hat vor der Belegschaft in Wolfsburg die Notwendigkeit weiterer Kostensenkungen bekräftigt. Für Betriebsratschefin Cavallo ist das Vertrauen in den Konzernchef beschädigt.
VW-Chef Oliver Blume hat gegenüber der Belegschaft die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen betont. „Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken“, sagte Blume in seiner Rede bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk. Das Treffen in der Konzernzentrale war Auftakt für eine Serie von Versammlungen an mehreren VW-Standorten, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll.
„Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken: Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck“, sagte Blume. Der VW-Konzern habe „frühzeitig gegengesteuert“ und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten. „Unsere Marktanteile wachsen. Aber das reicht noch nicht aus“, sagte Blume.
Diskussion um zehntausende Stellen
Seit der Ankündigung weiterer Sparzwänge in den vergangenen Monaten wird bei Europas größtem Autobauer um Zehntausende Stellen und vier Werke gerungen. Nach Wolfsburg sind in den nächsten Tagen acht weitere Betriebsversammlungen in Braunschweig, Emden, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Kassel-Baunatal, Salzgitter und Hannover geplant.
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Konzernvorstand um Oliver Blume beider Betriebsversammlung scharf kritisiert. Das Vertrauen insbesondere in Blume sei beschädigt, sagte Cavallo nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im Stammwerk. „Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten“, sagte Cavallo mit Blick auf die bisherige Kommunikation rund um geplante Sparmaßnahmen.
Lies: Werksschließungen keine Zukunftslösung
Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sieht mögliche Werksschließungen bei VW weiter kritisch. Das sei „keine Zukunftslösung“, sagte er dem Deutschlandfunk. Die Größe des Konzerns sei eine Chance. Sie in Frage zu stellen, „wäre wirklich fatal“. Vorstandschef Oliver Blume hatte den Konzern zuvor als „überdimensioniert“ bezeichnet.
Lies sprach sich auch dafür aus, Wachstumspotenziale vor allem im E-Mobilitätsmarkt zu nutzen. Zudem könne man Synergien zwischen den unterschiedlichen Marken des Konzerns verbessern. Man müsse sich fragen: „Haben wir vielleicht eine zu große Variabilität von verschiedenen Fahrzeugen, von Ausstattung?“ Eine Möglichkeit sei auch die Produktion für die Rüstung, um phasenweise die Auslastung von Werken sicherzustellen. (FM/dpa)





