Sekundenschlaf: Tödliche Gefahr im Straßenverkehr

Sekundenschlaf: Tödliche Gefahr im Straßenverkehr
Müdigkeitswarner in einem Mercedes. © Daimler

Man nickt kurz ein, schon ist der Unfall passiert. Müdigkeit am Steuer gehört zu den unterschätzten Gefahren im Straßenverkehr.

Müdigkeit am Steuer zählt zu den am meisten unterschätzten Gefahren im Straßenverkehr. Laut Europäischer Kommission dürfte Übermüdung bei rund jedem fünften Verkehrsunfall eine ursächliche Rolle spielen. Das Tückische: Autofahrer bemerken zwar ihre Müdigkeit, den besonders gefährlichen Sekundenschlaf jedoch nicht.

Wer also am Lenkrad sitzt und Anzeichen von Müdigkeit erkennt, sollte Gegenmaßnahmen ergreifen. Wie die aussehen können und was generell bei Müdigkeit am Steuer hilft, verraten die folgenden fünf Tipps.

Nicht übermüdet starten

Am wirksamsten gegen Müdigkeit ist erholsamer Schlaf. Wer bereits übermüdet startet oder nach einem langen Arbeitstag nachts losfährt, hat ein deutlich höheres Risiko für Sekundenschlaf. Besonders kritisch sind Fahrten zwischen zwei und fünf Uhr morgens sowie das biologische Leistungstief am Nachmittag gegen 14 Uhr. Wer Schlaf nachholen kann, sollte das vor der Abfahrt tun.

Gähnen als Warnzeichen

Häufiges Gähnen, plötzliches Frösteln, brennende Augen, Konzentrationsprobleme oder das Gefühl, sich ständig bewegen zu müssen, sind deutliche Alarmzeichen. Auch wenn die Spur nicht mehr sauber gehalten wird oder der Beifahrer auf Müdigkeit hinweist, ist Vorsicht geboten. Viele Autofahrer glauben zwar, den Moment des Einschlafens zu bemerken. Tatsächlich merkt man die Müdigkeit, nicht aber das Hineingleiten in einen Sekundenschlaf selbst.

Moderne Autos helfen, Anzeichen von sich anbahnender Müdigkeit zu erkennen. Die entsprechenden Warnhinweise aus dem Cockpit sollte man ernst nehmen und sich fragen, ob man sich gerade im Formtief befindet. Folgt kurze Zeit später erneut ein Warnhinweis, sollte man diesen zum Anlass nehmen, zeitnah eine Pause einzulegen.

Bei Müdigkeit Pause einlegen

Wer müde ist, sollte möglichst bald einen Rastplatz ansteuern. Ohnehin empfiehlt es sich generell, spätestens alle zwei Stunden eine Pause einzulegen. Ein kurzer Schlaf von 15 bis 20 Minuten gilt als die wirksamste Soforthilfe gegen Übermüdung. Anschließend bringen einige Minuten Bewegung an der frischen Luft den Kreislauf zusätzlich in Schwung.

Kaffee richtig einsetzen

Für viele gelten Kaffee oder Energy-Drinks als wirksame Mittel gegen Müdigkeit. Allerdings entfalten diese die Wirkung ihrer wachmachenden Ingredienzien nicht sofort. Bis das Koffein den Konsumenten aufputschen kann, vergehen rund 20 bis 30 Minuten. Deshalb bringt es wenig, einen Espresso zu trinken und direkt weiterzufahren. Sinnvoller ist es, das Getränk mit einem kurzen Powernap zu kombinieren. Wenn man wieder aufwacht, setzt meist auch die Koffeinwirkung ein.

Offenes Fenster hilft nicht

Laute Musik, frische Luft oder ein geöffnetes Seitenfenster sorgen kurzfristig dafür, die Aufmerksamkeit des Fahrers ein wenig zu steigern. Eine echte Müdigkeit können diese Maßnahmen allerdings nicht wegblasen. Wer sich allein damit wachrütteln will, hat in der Regel bereits einen gefährlichen Punkt der Erschöpfung erreicht, der eigentlich nach anderen Maßnahmen verlangt. An eine Pause zur Erholung führt jetzt eigentlich kein Weg mehr vorbei. (SP-X)

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