Der Outlander ist das Topmodell von Mitsubishi. Im Alltagstest erwies sich der Plug-in-Hybrid als ausgesprochen effizient. Derzeit gewährt der Hersteller einen attraktiven Aktionsrabatt.
Sie haben schon immer mit einem Outlander von Mitsubishi als Plug-in-Hybrid geliebäugelt? Bislang war das SUV des japanischen Herstellers Ihnen aber zu teuer? Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, sich das Topmodell genauer anzusehen.
Denn Mitsubishi hat für den Outlander PHEV einen Aktionsrabatt von 10.000 Euro ausgelobt. Wer Anspruch auf die staatliche Elektroauto-Prämie von bis zu 4500 Euro hat, der kann den Plug-in-Hybrid damit bereits für 35.490 Euro sein Eigen nennen. Wer nicht zu den Anspruchsberechtigten gehört, der zahlt für den Outlander 39.990 Euro nach Abzug des Aktionsrabatts. Mitsubishi gewährt den Bonus dabei unabhängig von der staatlichen Prämie vorerst bis zum 30. September dieses Jahres.
Viel Platz für Familien
Doch ein attraktiver Preis ist das eine, die Qualität des Fahrzeugs das andere. Kann der Outlander PHEV auch die Erwartungen erfüllen, die man an ein modernes SUV eines Herstellers stellt? Um diese Frage zu beantworten, haben wir ihn ausgiebig im Alltag getestet, waren mit ihm für zwei Wochen im Stadtverkehr von Berlin unterwegs und haben uns auf den Weg ins Weserbergland nach Niedersachsen gemacht. Der Outlander präsentierte sich dabei als komfortabler Reisegefährte. Mit seiner Länge von rund 4,72 Metern, einer Breite von 1,86 Metern und einer Höhe von rund 1,75 Meter bietet er ausreichend Platz für fünf Passagiere.
Dabei können selbst zwei großgewachsene Mitreisende im Fond bequem sitzen, bei drei Erwachsenen wird es schon etwas kuscheliger. Für Familien erweist sich der Outlander dabei von seinem Platzangebot als empfehlenswerter Begleiter. Im Kofferraum bietet er Platz für 498 Liter Gepäck bei aufgerichteter Sitzbank. Das reicht für die Fahrt in den Urlaub.
Klar strukturiertes Cockpit
Der Fahrer blickt auf ein übersichtliches Cockpit: die Hauptinstrumente sind digital, gleichzeitig gibt es aber weiterhin Knöpfe und Schalter, mit denen sich beispielsweise Klimaanlage, Infotainment und andere Funktionen ansteuern lassen. Der mittig montierte Hauptbildschirm steht frei über dem Armaturenbrett, die Konsole wird vom Schalthebel und dem Drehschalter für die Fahrmodi dominiert. Das sieht alles wertig aus, fühlt sich bei den Materialien auch gut an und ist intuitiv zu bedienen. Wenn es denn etwas im Innenraum gibt, was als verbesserungswürdig anzusehen ist, sind es die Sitze: sie könnten bei Kurvenfahrten einen etwas besseren Seitenhalt vertragen.
Damit sind wir beim Fahrverhalten des Outlander PHEV angekommen: er fährt mit einem 2,4 Liter großen Vierzylinder und zwei Elektromotoren vor. Zusammen kommt die Antriebseinheit auf eine Systemleistung von 225 kW/306 PS. Der großvolumige Verbrenner weist 136 PS auf, die vordere E-Maschine leistet 85 kW/116 PS, der hintere E-Motor 100 kW/136 PS. Die Batterie, die die E-Motoren mit Energie versorgt, hat eine Kapazität von 22,7 kWh. Damit ist eine elektrische Reichweite von bis zu 85 Kilometer möglich. Wer mag, der kann über den Fahrmodus-Schalter übrigens auf den reinen EV-Modus schalten, wenn er beispielsweise in der Stadt nur rein elektrisch unterwegs sein will.
Gute Beschleunigungswerte
Und reicht eine Systemleistung von 306 PS für ein Fahrzeug mit einem Gewicht von über zwei Tonnen? Auf dem Papier hört sich das ausreichend an, subjektiv spürt man diese Kraft im Alltagsverkehr nicht. Wer indes auf der Autobahn kräftig beschleunigt, der merkt, dass hier 306 PS arbeiten – und der Blick auf das Datenblatt unterstreicht dies: 7,9 Sekunden vergehen für den Sprint von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 km/h erreicht, rein elektrisch sind bis zu 135 km/h möglich.
Wer es so flott angehen lässt, der muss indes auch mit anderen als den laut WLTP in Aussicht gestellten Verbräuchen rechnen. Die werden beim Diamant und Diamant Plus mit 2,7 Liter/100 km Benzin angegeben, zusätzlich kommt ein Stromverbrauch von 16 kWh/100 km hinzu. Bei leerer Batterie werden 6,8 Liter in Aussicht gestellt. Bei unseren Testfahrten lag dieser Wert bei für ein Auto mit diesem Gewicht bei guten 7,2 Liter/100 km. Unser Durchschnittsverbrauch lag im Bereich des WLTP-Werts.
Laufruhe als Pluspunkt
Bestnoten verdient sich der Outlander mit seiner Laufruhe – und das nicht nur in der Stadt. Auf der Autobahn bleibt es angenehm ruhig. Mit einem Radstand von rund 2,70 Metern liegt der Outlander gut auf der Straße und der serienmäßige Allrad sorgt selbst im kurvigen Weserbergland für ein souveränes Fahrverhalten. Und wie schaut die Ladeleistung aus? An einer Wallbox lädt der Outlander mit maximal 3,7 kW. Es ist ein Wert, der enttäuschend ist. Doch Mitsubishi argumentiert, dass das für den Privatnutzer ausreicht, der sein Auto meist über Nacht lädt. An einem Schnelllader (DC) sind übrigens bis zu 50 kW möglich, dabei setzt man jedoch auf einen hierzulande kaum vorfindbaren ChaDEmo-Anschluss.
Wenn es etwas gibt, was beim Outlander nervt, ist es das aufdringliche Bimmel- und Piepen der Assistenten. Gut, das hat der Outlander angesichts der Regulatorik nicht exklusiv, aber das System reagiert bei ihm bereits dann, wenn man nur kurz seinen Blick abseits der Straße richtet. Das führt dazu, dass man die Assistenten möglichst schnell deaktivieren möchte. Um die Systeme wie den Tempolimitwarner auszuschalten, muss man sich dafür aber in die Tiefen des Menüs begeben, was etwas einfacher sein könnte. Diese Kritik ändert aber nichts daran, dass der Mitsubishi Outlander für alle die eine gute Alternative darstellt, die noch nicht bereit sind, auf ein vollelektrisches Modell umzusteigen.


