DS N°7: Effizienz und Komfort als große Stärken

DS N°7: Effizienz und Komfort als große Stärken
Angesichts der Bedeutung des SUV für die Stellantis-Tochter hat DS viel Entwicklungsarbeit in die Neuauflage gesteckt. © DS

Aus DS 7 wird DS N°7: Was trotz der Namensänderung bleibt, ist die Bedeutung des Modells: Es ist das wichtigste Fahrzeug der Franzosen.

Wenn es ein Modell gibt, das für die Marke DS Automobiles steht, dann ist es der DS 7. Das Kompakt-SUV ist das erfolgreichste Auto der Franzosen. Mehr als 50 Prozent der Kundinnen und Kunden entscheiden sich in Europa dafür. Nun steht der Nachfolger der 2018 vorgestellten Baureihe parat.

Angesichts der Bedeutung des SUV für die Stellantis-Tochter hat DS viel Entwicklungsarbeit in die Neuauflage gesteckt, deren Marktstart im Herbst erfolgt. Mit ihr will man sich gegen die übermächtige (deutsche) Premiumkonkurrenz behaupten. Ein Unterfangen, das bisher bislang nicht in dem Maße gelang, wie es sich die Verantwortlichen um CEO Xavier Peugeot erhofft haben. Dass es dem Neuen gelingt, beim Absatz Augenhöhe mit Audi (Q5 e-tron), BMW (iX3) Mercedes (EQA) oder Volvo (EX60) zu erreichen, muss bezweifelt werden.

Umkämpftes Marktumfeld

Zum Bestellstart bietet DS einen Mild-Hybriden und drei vollelektrische Versionen. Foto: DS

Das hängt indes weniger mit den mangelnden Qualitäten des neuen DS N°7 zusammen, als mit der Markenbekanntschaft. Die Franzosen stehen außerhalb Frankreichs nicht unbedingt oben auf der Wunschliste, wenn es um den Kauf eines Premium-SUV geht. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass 69 Prozent aller DS-7-Verkäufe außerhalb des Heimatlandes registriert werden. In Deutschland konnte DS im Vorjahr gerade einmal 2781 Fahrzeuge zulassen, 72,5 Prozent davon entfielen dabei auf den DS 7. Nun darf man gespannt sein, welche Performance der Neue hinlegt, den es neben der reinen E-Version auch als Hybriden gibt.

Die Franzosen wildern mit dem neuen Modell zwischen den Segmenten. Sie positionieren ihr 4,66 Meter langes SUV dabei selbst zwischen dem hart umkämpften C- und dem größeren D-Segment. Um bei der Größe zu bleiben: Der DS N°7 hat eine Breite von 1,90 Metern und eine Höhe von 1,63 Metern. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind Länge und Radstand um sieben Zentimeter gewachsen. Das merkt man dann auch im Innenraum. Fahrer und Beifahrer finden wie bisher ausreichend Platz, und im Fond des Fünfsitzers können auch Erwachsene mehr oder minder bequem sitzen. Der Kofferraum bietet übrigens je nach Antrieb ein Gepäckvolumen von bis zu 560 Litern.

Guter Wert bei Aerodynamik

Wer schon den Anspruch erhebt, gleich zwei Segmente zu bedienen, der muss seiner Kundschaft jenseits von mehr Platz einiges bieten. Damit die geneigte Kundschaft den DS N°7 in die engere Kaufentscheidung einbezieht, haben die Designer dem Neuen ein elegantes Aussehen mit auf den Weg gegeben. So zeigt er nicht nur die bereits beim DS N°8 eingeführte neue Lichtsignatur der Premiummarke mit dem beleuchteten Kühlergrill samt Tagfahrleuchten in V-Form, sondern auch ein markantes Heck. Es ist ebenso aerodynamisch optimiert, wie das gesamte Fahrzeug. Der DS N°7 weist einen cw-Wert von 0,26 auf, der zur guten Effizienz des von uns gefahrenen Stromers beiträgt.

Die Entwickler haben dem Neuen zudem auch größere hintere Türen spendiert, was dazu führte, dass auch die Seitenscheiben um 30 Prozent vergrößert werden konnten. Das sorgt für in Kombination mit dem sogar um 40 Prozent vergrößerten Panoramaglasdach für ein noch besseres Raumgefühl. Der Fahrer schaut von seinem Arbeitsplatz auf ein 10 Zoll Digitaldisplay, der Touchscreen hat eine Größe von 16 Zoll. Zur besseren Ablesbarkeit hätte man sich hier einen größeren Touch gewünscht.

Fahrwerk könnte straffer sein

Der Fahrer schaut von seinem Arbeitsplatz auf ein 10 Zoll Digitaldisplay, der Touchscreen hat 16 Zoll. Foto: DS

Doch wie fährt sich der DS N°7? Unterwegs waren wir mit dem E-Tense FWD Long Range (ab 61.700 Euro), der eine Leistung von 245 PS (280 PS im Boost) aufweist und mit der großen 97,2-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu 740 Kilometer hat. Zunächst einmal vor allem komfortabel. Darauf ist der Neue vor allem ausgelegt. Das Fahrwerk schluckt dank der kamerabasierten Federung „DS Active Scan Suspension“ schlechte Straßenverhältnisse grandios. So scannt das System die Fahrbahn ab und passt die Federung blitzschnell an. Dadurch entsteht ein deutliches Komfortgewinn. Dazu bei trägt die exzellente Lärmreduktion im Innenraum, die durch eine gute Dämmung erzielt wird.

Natürlich profitiert man auch bei dynamischerer Fahrweise von der Active Scan Suspension, doch allzu viel Sportlichkeit sollte man sich von dem Neuen nicht erwarten. Ja, man kann mit ihm auch sportlicher durch die Kurven fahren, aber für meinen Geschmack könnte das Fahrwerk selbst im Sportmodus deutlich mehr Straffheit vertragen. Das gleiche trifft auf den Seitenhalt der Sitze zu: Etwas mehr Härte in der Seitenpolsterung hätte gut getan. Den Sprint von 0 auf 100 absolviert des DS in 7,8 Sekunden, die Spitze ist bei 190 km/h erreicht. Und der Verbrauch? Der soll laut WLTP je nach Ausstattung zwischen 16,3 und 17,6 kWh/100 km liegen. Bei den Testfahrten kamen wir auf 15,8 kWh/100 km. Ein sehr guter Wert. Wir waren übrigens auf 19-Zöllern unterwegs, bei 20-Zöllern soll das Fahrverhalten deutlich straffer sein, verspricht ein Entwickler.

Stabile Ladekurve versprochen

Da der auf der STLA-Plattform des Stellantis-Konzerns basierende DS N°7 über kein 800 Volt-System verfügt, lädt er an einem DC-Lader auch nur mit maximal 160 kW. Das können Mitbewerber in diesem Segment mittlerweile besser. Dennoch verspricht DS einen ziemlich linearen Verlauf. Für die Ladung der großen Batterie sollen von 20 auf 80 Prozent nur 27 Minuten vergehen. Zwischen 20 und 55 Prozent soll die Ladekurve fast konstant bei 160 kW bleiben, so ein anderes Versprechen. Wir werden es bei einem ausgiebigen Test nachprüfen.

Zum Bestellstart bietet DS vier Antriebe an. Den Einstieg markiert der Mild-Hybrid 145 mit 145 PS (ab 47.700 Euro). Die rein elektrische Basis bildet der E-Tense FWD mit 230 PS (ab 56.300 Euro). Dessen Batterie hat eine Kapazität von 73,7 kWh und eine Reichweite von bis zu 543 Kilometern. Spitzenmodell ist der allradgetriebene E-Tense AWD Long Range mit 350 PS (ab 66.600 Euro).

Wer nach einem E-SUV sucht, das gerade durch Komfort und Effizienz glänzt und mit dem man sich auch optisch von der Konkurrenz abheben will, der wird mit dem DS N°7 bestens bedient. Nun darf man gespannt sein, wie sich der Neue gegen Konkurrenten wie etwa den  Audi Q4 e-tron, den BMW iX oder den Renault Scénic E-Tech behauptet. Leicht wird es nicht werden, sich Marktanteile zu erobern.

Keine Beiträge vorhanden